Was ist dein substanzieller Beitrag zu einer lebenswerten Erde?

Die Journalisten-Gilde beginnt nun wieder andere Ereignisse in der Welt wahrzunehmen und Corona rückt zunehmend in den Hintergrund, zumindest in der Schweiz. Was bleibt? Eine Rückschau und ein Ausblick. Viele Menschen reiben sich die Augen und erwachen langsam aus der kollektiven Trance. So viel Angst, welche da nach oben ans Licht drückte, so viel Panik vor der eigenen Vergänglichkeit. Wie sonst können Hamsterkäufe zustande kommen, wenn nicht aus Angst zu wenig zu kriegen? Zu wenig von was? Wir sind als Gesellschaft verkümmert und so weit von der Natur entfernt, dass wir uns in dieser nicht mehr zurecht finden. Dabei ist der Mensch ein Teil der Natur und deren Gesetzen unterworfen. Dabei spielt es keine Rolle ob wir das wahrhaben wollen oder nicht. Die Gesetze der Natur wirken so oder so. Wir haben uns als die Krone der Schöpfung aufgespielt und vergessen, was Demut und ein Leben im Einklang mit der Natur bedeutet. Das Leben ist vergänglich und aus meiner Optik tat dieser Stillstand der Gesellschaft im Ganzen gut. Wir sind nun gezwungen, uns auf das zu besinnen, was wirklich zählt im Leben und wir erleben bis heute einen Wandel, der vor kurzem undenkbar gewesen wäre. Das Virus ist aber nicht die Ursache, und auch kein Bösewicht, gegen den man in den Krieg ziehen muss. Viren leben nur in einem Wirt. Was jagen wir also? Das Virus ist lediglich die Antwort auf unser Verhalten. Spannend in dieser Zeit ist die Frage: Wie viel Medienabstinenz gönne ich mir? Genau wie Dobelli hier beschreibt, lebe ich seit nun mehr als 10 Jahren ohne Medienkonsum. Und ich vermisse nichts. Dass Nichtpartizipieren am Medienhype hat mich weitestgehend verschont vom Angst-Strudel. Und dennoch habe ich alles gehört, was ich hören musste. Das Kollektiv der Menschen war mit nichts anderem beschäftigt. Ich habe mich gefragt, was passiert wäre, wenn kein einziger Mensch Massenmedien konsumieren würde? Wenn wir also wieder im jetzt leben würden? Gestern ist Geschichte, morgen ist Hypothese. Ich habe versucht, so durch diese Zeit zu gehen und ich bin gut gegangen. Viele von uns trifft der Stillstand hart und an der Achillesferse. Wir haben es selbst in der Hand, unsere Lieferketten jetzt zu überdenken, unser Konsumverhalten auf ein (umwelt-)erträgliches Mass anzupassen und aus einer nicht realen Glimmerwelt auszusteigen. Wer gestaltet unsere Welt, wenn nicht wir selbst? Von alleine hat sich unser Wirtschaftssystem nicht aufgebaut, wir haben es voran getrieben und wir glaubten, dass Wachstum mit Fortschritt gleichzusetzen sei. Dabei ist uns entgangen, dass in der Natur nichts linear ist. Auf der anderen Seite sehe ich viele positive Schritte, welche nun eingeleitet sind und umgesetzt werden. Sind wir ehrlich zu uns selber, so wussten wir schon lange, dass wir so nicht weiter machen können, aber wir haben selber keinen Ausweg aus der Spirale der Beschleunigung gefunden. So gesehen ist Corona ein Geburtshelfer und Beschleuniger des Wandels. Die Welt ist heute nicht mehr so, wie sie vorher war und sie wird es auch nicht mehr sein können. Es gibt Momente, da verändert sich wirklich etwas Grundlegendes. 2020 wird als solches Jahr in die Geschichte eingehen. Einige Beispiele:

  • Kinder lernen dass ihre Väter weit mehr sind als die, die Geld nach Hause tragen

  • Kinder lernen dass Mütter weit mehr sind als Stress-Managerinnen

  • Familien lernen wieder, was es heisst eine Familie zu sein

  • Menschen lernen gerade wieder, was Menschlichkeit ist

  • Das Selbstverständnis von Mann und Frau verändert sich gerade massiv

  • Das Selbstverständnis der Menschen wird neu geformt

  • Die vorhandene Technologie wird in der Masse eingesetzt

  • Es gibt durch die Trennung neue Wege der Verbindung, weil wir eben soziale Wesen sind

  • Die Natur hat eine Verschnaufpause und erholt sich erstaunlich schnell

  • Wir nehmen die Natur wieder besser wahr, weil wir mehr draussen sind

Der nun eingeschlagene Weg wird zeigen, ob es ein Pfad des Erfolges sein wird. Eines ist sicher: Die Natur kann gut ohne uns leben, aber wir nicht ohne die Natur. Zum Glück! Es ist unsere (letze?) Chance jetzt diesem unglaublich schönen Planeten endlich Sorge zu tragen.



Die Zeit ist reif für eine differenzierte und objektive Meinungs-Bildung. Ich muntere dich auf, nimm dir die Zeit und beantworte dir selbst einige Fragen:

  • Durch welche Linse betrachten ich das alles?

  • An welche Zukunft glauben ich?

  • Kann ich die Geschehnisse neutral, objektiviert betrachten?

  • An was klammere ich mich fest?

  • Was ist mein substanzieller Beitrag zu einer lebenswerten Erde?

  • Welche Welt möchte ich meinen Kindern und Enkeln hinterlassen?

Ich bin mir sicher, dass viele in den alten Trott zurück fallen und eben so sicher, dass viele Menschen nun erwachen und erkennen, um was es in diesem Leben geht. Bist du bereit für die neue Zeit?


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© 2020 Stephan Thaddey